FCI – Standard Nr. 223/ 27. 01. 2010 / D (Hollandse Herdershond)
ŰBERSETZUNG : Dr. J.-M. Paschoud, überarbeitet von Herrn Harry C.A. Hinckeldeyn. Von Frau Christina Bailey überprüft und ergänzt. URSPRUNG : Niederlande DATUM DER PUBLIKATION DES GŰLTIGEN ORIGINAL- STANDARDS : 28.07.2009 KLASSIFIKATION FCI : Gruppe 1 Hűtehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde) Sektion 1 Schäferhunde, ohne Arbeitsprüfung KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Die Hauptaufgabe des Holländischen Schäferhundes war ursprűnglich die eines Schäferhundes auf dem Land. Die Holländer hatten schon sehr frűh eine landwirtschaftliche Kultur, die unter anderem von Schafherden in Stand gehalten wurde. Die Hunde mussten die Herden von den Feldern fern halten, welches sie durch das patrolieren der Grenzen von Strassen und Feldern taten. Ausserdem begleiteten sie die Herden auf ihrem Weg zu den gemeinsamen Wiesen, Märkten und Häfen. Auf dem Bauernhof hielten sie Hűhner fern von den Kűchengärten, sie hűteten die Kűhe und brachten sie zum Melken und zogen die Milchkarren. Ausserdem machten sie die Bauern auf Fremde, die sich dem Hof näherten, aufmerksam. Um 1900 gab es kaum noch Schafherden in den Niederlanden. Durch seine flexiblen Fähigkeiten war der Holländische Schäferhund sehr fűr Hundetraining geeignet, welches zu dem Zeitpunkt beliebt wurde. So startete er also eine neue Karriere als Polizei-Hund, als Such- und Fährten-Hund und als Blinden-Hund. Trotzdem ist er aber immer noch fähig Schafe zu hűten. Der erste Rasse-Standard datiert vom 12. Juni 1898. ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Mittelgroßer, mittelschwerer, gut bemuskelter Hund von kräftigem, gut proportioniertem Kőrperbau. Ein Hund mit viel Ausdauer, einem lebhaften Wesen und intelligentem Ausdruck. Die Rasse ist vom Haar abhängend in die folgenden Varitäten unterteilt: Kurz-, Lang- und Rauh-Haar. WICHTIGE PROPORTIONEN : Die Länge des Kőrpers (von der Spitze des Brustbeines bis zum Ende des Sitzbeinhőckers gemessen) ist grőβer als die Hőhe am Widerrist, ungefähr 10:9, was zu einem trabenden Hund passt. Die Proportionen der Länge des Schädels und des Fangs sind 1:1. VERHALTEN/CHARAKTER (WESEN) : Sehr treu und zuverlässig, immer aufmerksam, wachsam, aktiv, unabhängig, mit großer Ausdauer, intelligent, bereit folgsam zu sein und mit den Eigenschaften eines echten Schäferhundes ausgestattet. Der Holländische Schäferhund arbeitet gerne mit seinem Besitzer zusammen und erledigt unabhängig jegliche Aufgaben, die ihm gestellt werden. Beim Hűten von grőβeren Herden muss er die Fähigkeit haben mit mehreren anderen Hunden zusammen zu arbeiten. KOPF : In guter Proportion zum Kőrper. Von oben und von der Seite gesehen ist er keilfőrmig. Seine Form ist ziemlich länglich, ohne Falten, trocken, mit flachen Wangen und ohne ausgeprägtes Jochbein. Bei der Rauhhaarvarietät scheint der Kopf eine mehr viereckige Form zu haben, was nur eine optische Täuschung ist. OBERKOPF : Schädel : Flach Stop : Wenig ausgeprägt aber klar sichtbar. GESICHTSSCHÄDEL : Nasenschwamm : Schwarz Fang : Etwas länger als der flache Schädel. Nasenrűcken gerade und parallel mit der oberen Linie des Schädels. Lefzen : Anliegend und gut pigmentiert. Kiefer / Zähne : Vollständiges Scherengebiss, kräftig, regelmäßig. Augen : Dunkele Farbe und mittelgroß. Die Augen sind mandelfőrmig und etwas schräg platziert. Die Augen sollten nicht zu weit auseinander stehen und auch nicht hervor stehen. Ohren : Mittlere Grőße. Im Erregungszustand stehen die Ohren hoch aufgerichtet. HALS : Nicht zu kurz, trocken, ohne Wamme, allmählich in den Kőrper űbergehend. KŐRPER : Kräftig aber nicht ohne Adel. Rűckenlinie : Sanfter und weicher Űbergang vom Hals zur oberen Linie des Kőrpers, in welcher der Kopf und Hals in einer natűrlichen Pose gehalten werden. Rűcken : Gerade und kräftig. Lenden : Kräftig, weder lang noch schmal. Kruppe : Etwas abfallend, nicht kurz. Brust : Tief und lang genug, nicht schmal, Rippen etwas gewőlbt. Untere Profillinie und Bauch : Etwas hochgezogen. Vorderbrust : Ziemlich gut entwickelt. RUTE : In Ruhe gerade nach unten hängend oder leicht gebogen reicht sie bis zu den Sprunggelenken. In der Bewegung wird sie elegant hőher getragen jedoch nie seitlich oder als Ringelrute. GLIEDMASSEN : VORDERHAND : Die Vorderbeine sind kräftig, von guter Länge und gut bemuskelt. Die Knochen sind solide aber nicht schwer. Immer senkrecht, in Form einer Geraden aber mit ausreichender Federung im Vorderfuβwurzelgelenk. Schultern : Schulterblätter gut am Brustkorb anliegend und schräg. Oberarm : Ungefähr von gleicher Länge wie die Schulterblätter und gut gewinkelt mit den anschließenden Knochen. Ellbogen : Gut anliegend. Vorderpfoten : Oval. Zehen eng aneinanderliegend und gewőlbt. Nägel schwarz und elastische Ballen von dunkeler Farbe. HINTERHAND : Die Hinterbeine sind kräftig und gut bemuskelt. Der Knochenbau ist solide aber nicht schwer. Nicht űbermäßig gewinkelt. Schenkel und Unterschenkel: Von ungefähr gleicher Länge. Sprunggelenk : Senkrecht unterhalb des Sitzbeinhőckers. Afterkrallen : Nicht vorhanden. Hinterpfoten : Oval. Zehen eng aneinanderliegend und gewőlbt. Nägel schwarz und elastische Ballen von dunkeler Farbe. GANGWERK : Der Holländische Schäferhund ist ein Traber mit einem fließenden, gleichmäßigen und geschmeidigen Gangwerk, ohne űbertriebenen Schub oder zu weit ausgreifend. HAARKLEID Haar : Kurzhaar : Gewűnscht wird am ganzen Kőrper ein recht hartes nicht zu kurzes Haar mit Unterwolle. Kragen, Hosen und befederte Rute műssen deutlich sichtbar sein. Langhaar : Am ganzen Kőrper langes, gerades, anliegendes sich grob anfűhlendes Haar ohne Locken oder Wellen und mit Unterwolle. Deutliche Kragen und Hosen. Rute rundum reichlich behaart. Kopf, Ohren und Pfoten und auch die Hinterbeine unterhalb der Sprunggelenke sind kurz und dicht behaart. Die Rűckseite der Vorderbeine haben ein stark entwickeltes Haar, das nach unten zu den Pfoten in Länge abnimmt, die sogenannten Federn. Keine Fransen an den Ohren. Rauhhaar : Am ganzen Kőrper -abgesehen vom Kopf- dichtes, hartes, buschiges Haar und dichte Unterwolle. Das Haarkleid muss dicht geschlossen sein. Ober- und Unterlippe sollten reichlich behaart sein (der sogenannte Schnauz- und Kinnbart) und zwei gut entwickelte, struppige, harsche Augenbrauen, welche auffällig sind aber nicht űbertrieben. Die Befederung ist nicht weich. Das Haar auf dem Schädel und an den Wangen ist nicht so stark entwickelt. Im Profil gesehen erscheint der Kopf quadratisch. Stark entwickelte Hosen sind erwűnscht. Die Rute ist rundum stark behaart. Die gestromte Farbe kann etwas weniger offensichtlich sein auf Grund des zerzausten Haares. Das Rauhaar sollte im Durchschnitt zweimal jährlich handgestrippt werden. FARBE : Gestromt. Die Grundfarbe ist Gold oder Silber. Die goldene Farbe kann von heller Sandfarbe bis zu kastanienrot variieren. Die Stromung erstreckt sich klar űber den ganzen Kőrper, auch an Kragen, Hosen und Rute. Zu viel schwarz ist unerwűnscht. Eine schwarze Maske ist bevorzugt. Groβe weiße Markierungen an der Brust oder den Pfoten sind nicht erwűnscht. GRŐβE UND GEWICHT : Widerristhőhe: Rűden : 57 - 62 cm Hűndinnen: 55 - 60 cm FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist. AUSSCHLIESSENDE FEHLER : • Aggressiv oder ängstlich. • Fehlender Rassetyp • Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden. N.B. Rűden műssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden. Ursprung Es ist eine alte Landrasse, von Holländischem Ursprung. In früheren Jahrhunderten brauchte man auf dem Lande, bei den Hirten und den Bauern, einen vielseitigen Hund. Ein Mädchen für Alles, das wenig forderte und dem rauen und kargen Leben jener Zeit angepasst war. Aus dem damaligen Hunde ist schließlich der Holländische Schäferhund entstanden, wie wir ihn jetzt kennen. Dieser Hintergrund erklärt den Ursprung der Charaktereigenschaften, die bis heute fast unverändert geblieben sind. Kein Modehund Der Holländische Schäferhund war früher und auch heute recht unbekannt. Manch ein stolzer Besitzer, der seinen Welpen spazieren führt, wird einem zufälligen Passanten erklären müssen, welche Rasse er an der Leine führt. Besonders bei einem jungen Langhaar, können Kinder ganz unschuldig fragen: „Ist das ein Wolf oder eine Hyäne?” Ein bekannter Kynologe schrieb schon im Jahre 1910 über den Holländischen Schäferhund: „...am meisten in Erscheinung dem Wolf nahekommend”. Das stimmt natürlich nicht ganz, aber es gibt sowieso einen anderen Aspekt, der zeigt, dass der Holländer sicherlich noch Merkmale von seinem wilden Ahnen hat. Charakter: Der Rassenstandard sagt über das Wesen u.a.: anhänglich, gehorsam, folgsam, wachsam, parat, sehr treu und zuverlässig. Auch erwähnt die allgemeine Beschreibung die Aussage „mit intelligentem Ausdruck und lebendigem Temperament”. Und diese Intelligenz darf nicht unterschätzt werden. Wölfe leben im Rudel mit einem Leitwolf. Die übrigen Tiere in der Gruppe haben jeder ihren eigenen Platz, die sogenannte Rangordnung. Unser Holländer hat auch noch ein starkes Gefühl für Führung und Rangordnung. Er ist kein Hund für jedermann. Er braucht eine deutliche Führung. Fehlt diese Führung, so wird er selbst das Heft in die „Pfoten” nehmen. Kann man ihm das übelnehmen? Eigentlich nicht. Hier trifft man wieder die Eigenschaften, die er bei seiner früheren Arbeit brauchte. Es gibt eine Geschichte von einem Holländer, der völlig selbstständig eine Herde Lämmer, die der Bauer gerade verkauft hatte, wieder zurück nach Hause brachte. Das ist doch für einen Hund wirklich eine imponierende Leistung ! Erziehung Durch seine Charaktereigenschaften braucht er eine konsequente Erziehung, vor allem auch um diese Eigenschaften in die richtige Richtung entwickeln zu können. Mit Rücksichtslosigkeit und Gewalt erreicht man nichts. Er ist sehr empfindlich für Ihre Stimme und Stimmungen zu Hause. Ein böses „nein” oder „pfui” wird mehr Eindruck machen als ein Ruck an der Leine. Möglicherweise haben Sie Gelegenheit sich mit ihm an einem Erziehungskurs zu beteiligen oder ihn bei einer anderen Art von Hundesport einzusetzen, wie Suchhund, Agility, Fly-ball usw. Der Holländer lernt schnell und es wird ihm während der Übungen schnell langweilig. Machen Sie deshalb das Training abwechslungsreich. Der Hund braucht eine Umgebung, in der er etwas erleben kann, sonst wird er nicht aufmerksam, fröhlich und aktiv sein. Lange Spaziergänge, laufen neben dem Fahrrad, mit dem Chef im Auto mitfahren, er wird alles genießen und sich zu einem feinen Kameraden entwickeln. |